Thema: Sitzerhöhungen

Hohe Verletzungsgefahr bei seitlichem Aufprall

Sitzerhöhung vs. Solution

Sinn und Zweck eines Kindersitzes ist es, die Position des Kindes dem zu großen Gurtsystem im Auto anzupassen. Laut Norm ECE R-44/03 und 44/04 reicht eine Sitzerhöhung für Kinder ab 15 kg theoretisch aus, um diesen Zweck zu erfüllen. Wir empfehlen aber auf alle Fälle einen kompletten Sitz mit Rückenlehne zu verwenden, bei dem der Becken-, Schulter- und Kopfbereich optimal geschützt ist. Die Unterschiede zwischen stabilen Markensitzen mit Rückenlehne und guter Gurtführung und den einfachen Sitzerhöhungen sind erheblich.

Aus folgenden Gründen raten wir von einer reinen Sitzerhöhung ab. Die Problematik der Sitzerhöhungen besteht darin, dass ihnen der Seitenhalt fehlt. Bei einem Kindersitz mit Rückenlehne verhindern die Seitenwangen, dass das Kind bei einem Seitenaufprall gegen die Autoscheibe prallt. Hinzu kommt, dass bei einem seitlichen Aufprall die höchste Verletzungsgefahr besteht und Kinder zusätzlichen Schaden durch einen Seitenairbag erleiden können. Airbags schützen zwar Erwachsene, können für Kinder aber zur Gefahr werden. Laut Statistik hängt jeder vierte Autounfall mit einem Seitenaufprall zusammen. Noch alarmierender: Diese seitlichen Crashs sind für ganze 20 % aller unfallbedingten Todesfälle und Schwerstverletzungen von Kindern im Auto verantwortlich. Bei einer Sitzerhöhung sind die empfindlichen Bereiche des Kindes nicht ausreichend geschützt. Es besteht immer die Gefahr, dass das Sitzkissen unter dem Kind verrutscht. Sitzerhöhungen bieten außerdem keinerlei Gurtführung im Oberkörperbereich, sodass der Gurt häufig viel zu nah am Hals liegt. Durch die kompakte Bauweise eines Komplettsitzes sitzt das Kind also nicht nur viel fester, sondern der Gurt ist auch immer in der korrekten Position.

Eine Simulation eines Seitencrashs bei Verwendung einer reinen Sitzerhöhung sehen sie hier: