Worauf muss ich beim Kauf eines Kindersitzes achten?

Hier finden Sie Tipps und Empfehlungen von unserem Child Safety Team.

Kauf eines neuen Kindersitzes

Sollten Sie sich für einen neuen Sitz entscheiden, gilt es folgende Punkte beim Einkauf und später bei der Montage unbedingt zu beachten:

  • Sitze mit "semi universeller Zulassung" sind nicht für alle Autotypen zugelassen. Schauen Sie in diesem Fall in der Typenliste des Sitzherstellers nach, ob der Sitz in Ihren Wagen passt. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an den Fahrzeughersteller.
  • Kind und Auto mitnehmen und im Fachgeschäft testen, welcher Sitz optimal passt!
  • Kindersitze sollten möglichst einfach zu montieren sein!
  • Überprüfen Sie die Länge der Auto-Sicherheitsgurte hinten, denn für manchen Kindersitz sind sie zu kurz!
  • Kinderhaltegurte müssen einfach zu verstellen sein, um je nach Kleidung immer straff genug zu sein!
  • Der Kindersitz sollte Kindern, die oft im Auto einschlafen, viel Seitenhalt und eine Schlafposition (Gr. I) bzw. eine verstellbare Kopfstütze (Gr. II/III) bieten!
  • Niemals einen Sitz zum Reinwachsen kaufen! Auch wenn das Kind ab drei Jahren theoretisch schon in einem Gruppe II/III- Sitz sitzen kann, sind diese meistens noch zu groß für die Kleinen!
  • Autos mit aktiviertem Beifahrerairbag dürfen vorn keine Kindersitze in Gegenfahrtrichtung befördern, Babys müssen also mit ihrer Babyliegeschale auf die Rückbank!
  • Darüber hinaus sollen Sie bei neuen und insbesondere bei älteren und/oder gebrauchten Kindersitzen darauf achten, dass sie der neuen ECE-Prüfnorm entsprechen. Die jetzige Prüfnorm heißt ECE-R-44/04 und ist auf dem neuesten Stand der Technik. Das aktuelle Prüflabel kann folgendermaßen aussehen:

ECE Prüflabel

Erklärung:

  1. ECE R 44/04: Europäische Kindersitz-Prüfnorm

  2. UNIVERSAL: Zugelassene Verwendung universal oder semi-universal (fahrzeugspezifisch)

  3. 9-18kg: Körpergewicht, für das der Sitz zugelassen ist.

  4. E1: Europäische Länderkennung: steht für das Land, in dem der Sitz zugelassen wurde.

  5. 04301251: Prüfnummer, die ersten beiden Ziffern kennzeichnen die Version der Prüfnorm: Hier muss 04 oder zumindest 03 stehen! Die letzte Version (04) der Prüfnorm gilt seit 2006, jedoch dürfen Autokindersitze mit der älteren Version ECE-R-44/03 noch verwendet werden. Diese Prüfnorm stellt das Mindestmaß an Sicherheit dar, das ein Kindersitz erfüllen muss. Autokindersitze, die mit den Normen ECE-R-44/01 sowie ECE-R-44/02 gekennzeichnet sind oder nur das Kriterium "amtlich genehmigt" erfüllen, sind nicht mehr zulässig.

Kauf eines gebrauchten Kindersitzes

Entscheiden Sie sich für einen gebrauchten Autokindersitz, gibt es einige Punkte zu bedenken:

  • Vorsicht bei gebrauchten Kindersitzen unbekannter Herkunft! Der Sitz könnte schon mal einen Unfall gehabt haben, also Finger weg oder vom Hersteller prüfen lassen!
  • Achtung, auch Kindersitze altern! Spätestens beim dritten Kind auswechseln!
  • Die Modelle gelten oft schon nach drei bis vier Jahren als veraltet!

Was ist das Gefährliche an gebrauchten und alten Sitzen?

Im Laufe der Zeit und insbesondere durch Unfälle können sich sogenannte Haarrisse in der Schale des Kindersitzes bilden. Haarrisse sind Gebrauchsspuren in Form von feinen Rissen, die mit bloßem Auge kaum erkennbar sind, doch die sich durch eine weitere Benutzung stetig vergrößern.

Ein anscheinend harmloser Riss führt plötzlich zu einem Zusammenbruch des Materials. Dies kann schlagartig bei einem Unfall passieren infolge der großen Kräfte, die bei einem Aufprall auf den Sitz wirken oder aus den zahlreichen unbemerkten Vergrößerungen des Risses resultieren, bedingt durch die fast tägliche Beanspruchung des Sitzes durch das Kind, durch Sonneneinstrahlung und anderen Faktoren, die dem Material mit der Zeit zu schaffen machen.

Benutzen Sie demnach nur gebrauchte Sitze, die Minimum das Prüflabel ECE-R-44/03 tragen, nicht älter als vier Jahre sind, deren Herkunft bekannt ist (zum Beispiel von den Geschwistern, Ihren Verwandten oder guten Freunden) und die niemals in einen Unfall verwickelt waren, sei der Schaden noch so gering gewesen.

Denken Sie immer daran: Ein gebrauchter Sitz muss genauso gut funktionieren wie ein neuer Sitz und zu dem Kind sowie dem Auto optimal passen. Ansonsten kann er nicht ausreichend Schutz bieten!

ECE-Gruppen

Übersicht über die verschiedenen ECE Gruppen

Bis zu einem Alter von 12 Jahren oder 150 cm Körpergröße muss ein Kind mittels Kindersitz im Fahrzeug gesichert werden. Zu unterscheiden sind gemäß ECE-Norm 44 fünf Gruppen von Kindersitzen, die jeweils für ein bestimmtes Gewicht geeignet sind. Allgemein gilt: Ist das Kind zu groß oder zu schwer, gehört es in die nächsthöhere Gruppe. Wir warnen aber ausdrücklich davor, das Kind zu früh in die höhere Gruppe zu setzen, denn ein zu großer Sitz kann bei einem Unfall genauso wenig Schutz bieten wie ein zu kleiner!

Welche Gruppen es gibt und in welchem Alter sie etwa genutzt werden, zeigt Ihnen die folgende Graphik. Anzumerken ist allerdings, dass die Altersangabe kein Kriterium darstellt sondern nur der Orientierung dient, sie entspricht lediglich dem Alter des Durchschnittskindes mit dem angegebenen Gewicht. Die Gewichtsklassen überschneiden sich, um Kindern, die nicht dem Durchschnitt entsprechen, einen gewissen Spielraum zu garantieren und um vorzubeugen, dass Kinder zu früh oder zu spät den Sitz wechseln.

ECE Gruppen-Einteilung unserer Kindersitze

  1. Aton mit Base-fix: Gruppe 0+: 0-13 kg (ab Geburt bis ca. 18 Monate)

  2. Sirona: Gruppe 0+/I: 0-18kg (ab Geburt bis ca. 4 Jahre)

  3. Juno-fix: Gruppe I: 9-18 kg (ca. 9 Monate bis 4 Jahre)

  4. Pallas2-fix: Gruppe I/II/III: 9-36 kg (ca. 9 Monate bis 12 Jahre)

  5. Solution X2-fix: Gruppe II/III: 15-36 kg (etwa 3 bis 12 Jahre)

Wann muss ich die Gruppe wechseln?

Beim Kindersitzkauf kommt es auf das Gewicht des Kindes an. Achten Sie jedoch in jedem Fall darauf, dass die Kinderhaltegurte richtig sitzen, denn ein falscher Gurtverlauf kann zu schweren Verletzungen führen!

Wechsel Von Gruppe 0+ zu Gruppe I

Babys sollten auf jeden Fall die ersten 12 Monate in einer Babyschale gesichert werden. Hier gilt: Schauen die Füßchen unten heraus, ist dies noch kein Problem. Auch wenn ein Baby schon sitzen kann, heißt das keinesfalls, dass es aus der Babyliegeschale in einen Kindersitz der Gruppe I gesetzt werden sollte.
Reicht der Kopf aber schon über den Schalenrand und wiegt das Baby bereits über 13 kg, unbedingt wechseln, da der sensible Kopfbereich dann nicht mehr gut genug geschützt ist.

Wechsel Von Gruppe I zu Gruppe II/III

Wenn das Kind zu schwer für den alten und schon groß genug für den neuen Sitz ist, steht einem Wechsel nichts mehr entgegen. Zu einem Wechsel in die Gruppe II/III wird dringend geraten, wenn der Kopf des Kleinkindes schon deutlich über den Rand des Sitzes reicht. Dann sollte es auch schwer genug für die nächste Gruppe sein.

Wann ist der Sitz zu klein?

Der Kindersitz ist zu klein, wenn die Kinder mit dem Kopf die Kante der Rückenlehne um mehr als ein Drittel überragen und wenn die Kinderhaltegurte auch in der obersten Position nur noch von schräg unten über die Schultern des Kindes verlaufen. Ist dies der Fall, kann es bei einem Unfall zu schweren oder sogar fatalen Verletzungen führen! Klar ist ebenfalls, dass der Sitz weder zu klein noch zu groß sein darf. Ein zu großer Sitz liegt vor, wenn die Kinderhaltegurte in der untersten Position noch ein gutes Stück von oben zur Schulter verlaufen.

Kombinationssitze

Es gibt Kindersitze, die mehrere Gruppen miteinander vereinen, sogenannte Kombinationssitze. Diese Art Sitze wachsen mithilfe von verschiedenen Funktionen mit dem Kind mit und lassen sich in einen Sitz der nächsthöheren Gruppe verwandeln. Kombiniert werden häufig die Gruppen 0+ und I sowie die Gruppen I und II/III.

Sitze der Gruppe 0+/I sind normalerweise Reboard-Sitze, also rückwärtsgerichtet. In diesem Fall fahren die Kinder nachdem sie der Babyschale entwachsen sind weiterhin rückwärtsgerichtet. Dies bietet gegenüber vorwärtsgerichteten Systemen mit integriertem Gurtsystem ein hohes Plus an Sicherheit, da die Nackenmuskulatur des Kindes noch nicht stark genug ist, um den noch relativ schweren Kopf bei einem Unfall zu halten. Moderne Reboard Sitze wie der CYBEX Sirona bieten eine Rotationsfunktion, d.h. das bei großwüchsigen Kindern der Sitz ab einem gewissen Alter in eine vorwärtsgerichtete Position gestellt werden kann.

Kombinationssitze der Gruppe I/II/III erlauben eine Nutzungsdauer von ca. 11 Jahren. Das Material ist auf die lange Nutzungsdauer ausgelegt und bei einem qualitativ hochwertigen Sitz darf es bei Beachtung der Verwendungshinweise zu keinerlei Verschleißerscheinungen kommen, welche die Sicherheit beeinträchtigen könnten. Moderne Kombinationssitze wie der CYBEX Pallas 2-fix bieten eine ISOFIX Anbindung in beiden Gruppen, also über die gesamte Nutzungsdauer.