ECE-Gruppen – Sicherheitstipps

Hier finden Sie wichtige Tipps zu jeder Altersgruppe.

Sicherheitstipps Gruppe 0+

(0 –13 Kg, ab Geburt bis ca. 18 Monate)

BEFÖRDERUNG MIT DER BABYSCHALE

In einer Wippe oder einer Tragetasche ist das Baby bei einem Unfall nicht geschützt. Der richtige Begleiter für eine sichere Beförderung des Babys im Auto ist eine sogenannte Babyschale. Diese wird entgegen der Fahrtrichtung ("Reboard") befestigt. Sie werden entweder mit einem Dreipunktgurt gesichert oder auf einem gegurteten oder ISOFIX- Sockel (Base) arretiert.

So lange wie möglich entgegen der Fahrtrichtung befördern

Die europäische Prüfnorm ECE-R 44 schreibt eine rückwärts gerichtete Verwendung des Kindersitzes vor, bis das Kind 10kg bzw. 13kg wiegt. In rückwärts gerichteten Systemen ist die Verletzungsgefahr beim Frontalaufprall für Babys wesentlich geringer. Die noch kaum ausgeprägte Hals- und Nackenmuskulatur würde beim Kleinkind bei einer abrupten Vorwärtsbelastung- das kann schon ein "harmloser" Auffahrunfall sein- sehr stark belastet werden, da der Kopf noch überproportional schwer ist. Das Kind sollte daher so lange wie möglich in der Babyschale transportiert werden. Dass oftmals die Beine überstehen und an der Fahrzeuglehne anstoßen, sollte in Kauf genommen werden. Ein zu frühes Umsetzen in einen vorwärts gerichteten Sitz kann beim Unfall infolge der Schleuderbewegung des Kopfes schlimmste Verletzungen und einen Bruch der Halswirbelsäule zur Folge haben. In der Babyschale kann das Kind bleiben bis es 13 kg wiegt oder der Kopf den oberen Schalenrand erreicht hat.

Achtung! Babyschale nicht in Verbindung mit einem aktiven Front-Airbag auf der Beifahrerseite verwenden.

Bitte beachten Sie: Babyschalen dürfen nicht in Verbindung mit einem aktiven Frontairbag auf der Beifahrerseite verwendet werden. Die Befestigung auf dem Beifahrersitz im Auto ist nur zulässig, wenn ein dort vorhandener Frontairbag deaktiviert ist! Einige Fahrzeughersteller lassen die Mitnahme von Kindern auf dem Beifahrersitz grundsätzlich nicht zu. Grund hierfür ist meist eine theoretische Verletzungsgefahr durch den Seitenairbag.

Sicherheitstipps Gruppe I

(9–18 Kg, ca. 9 Monate bis 4 Jahre)

Der sicherste Platz im Wagen

Der sicherste Platz für Kinder im Auto ist hinten, am besten auf dem mittleren Rücksitz! Dort ist das Kind von den Seitenwänden am weitesten entfernt und bei einem Aufprall optimal geschützt. Wichtig: Der Gurtverlauf muss zu dem Kindersitz passen, reine Beckengurte sind nicht geeignet. Weichen Sie in diesem Fall auf einen der seitlichen Rücksitze mit Dreipunkt-Gurtsystem aus. Da in den meisten Fahrzeugen der mittlere Platz nicht voll ausgebildet und das An- und Abgurten erschwert ist, ist der praktikabelste und sicherste Platz hinten rechts, auch wegen dem Ausstieg zur Gehsteigseite.

Sicherung mit Gurt

Der Gurt und das richtige Anschnallen tragen wesentlich zur Sicherung Ihres Kindes bei. Die Gurte müssen eng am Körper anliegen und das Gurtschloss an der richtigen Stelle sitzen: auf Beckenhöhe- nicht auf Bauchhöhe. Jedoch ist auch in der Gruppe 1 der Kopf des Kindes im Vergleich zum Körper relativ schwer und die Belastung auf Kopf, Nacken und Schultern bei einem Frontalaufprall sehr hoch, zumal Autositze mit 5-Punkt Gurtsystem die Schultern starr zurückhalten.

CYBEX empfiehlt darum, Kinder so lange wie möglich rückwärts gerichtet zu transportieren. Für vorwärts gerichtetes Reisen empfiehlt CYBEX die Verwendung von Sitzen mit Sicherheitskissen, um einen sehr hohes Sicherheitsniveau für Ihr Kind zu gewährleisten.

Systeme mit Sicherheitskissen

Systeme mit Sicherheitskissen (Fangkörper) ähneln im Prinzip einem aufgeblasenen Airbag. Unsere Daten zeigen, dass ein Sicherheitskissen die Aufprallenergie eines Frontalunfalls im Vergleich zum regulären 5-Punkt-Gurtsystem signifikant reduziert. Die Aufprallenergie wird über die große Fläche des Kissens weitläufig verteilt und durch die energieabsorbierenden Materialien abgebaut. Der Gurt schneidet nicht ein und die empfindlichen Nacken- und Schulterpartien des Kindes werden geschützt.

Falscher Gebrauch in Gruppe 1

Eine vergleichende Studie des Gurtsystems und dem Sicherheitskissen vom spanischen Automobilclub RACE.

Eine Studie des prominenten spanischen Automobilclubs RACE fand heraus, dass Kinder oft ihre Arme vom Gurtsystem entfernen, das üblicherweise bei Autositzen der Gruppe 1 zu sehen ist. Das war in 43% aller Antworten der Fall. Aber was sind die Folgen davon? Wie können wir diese Art von Fehler vermeiden? Gibt es irgendeine wirksame und sichere Alternative auf dem Markt?

Um das herauszufinden, wurden zwei Crashtests unter denselben Testkriterien und mit zwei verschiedenen Sitzen derselben ECE Gruppe durchgeführt, jedes mit einem anderen Rückhaltesystem.

1. Test

Gruppe 1/2/3 Autositz mit Gurtsystem und ISOFIX

2. Test

Gruppe 1/2/3 Autositz mit Sicherheitskissen und ISOFIX

Die Absicht des Crashtests war es, die Folgen des falschen Gebrauchs einer gewöhnlichen Art zu demonstrieren. Die Ergebnisse zeigen, dass, wenn ein Kind sein/ihr Arm vom Gurtsystem befreit, der Sitz seine Funktion verliert und seine Schutzfunktion nicht erfüllen kann.

Quelle:
RACE: Informe sobre Protección Infantil en el vehículo: La Seguridad Responsible (2011).
Die komplette Studie in englischer Sprache finden Sie hier.

Test Kriterien

Beide Tests beruhen auf einem Vorderaufprall zwischen zwei Autos mit 64 km/h und mit einer Überlagerung von 40% auf der Fahrerseite.

  • Sitz auf dem hinteren rechten Sitz einbauen
  • Autofahrgestell: Audi Avant A4, ohne Vordersitz
  • Dummy: P3 Modell

Ergebnis Test 1

falscher Gebrauch des Gurtsystems (die Arme werden außerhalb des Gurtsystems gelegt) Bei fälschlicher Verwendung des Sicherheitsgurtes besteht ein hohes Risiko, dass das Kind auf andere Teile im Auto schlägt, da die Brust des Kindes nicht zurückgehalten wird. Während des Aufpralls bleibt der Autositz fest mit dem Auto verbunden und der Gurt verbleibt im Gurtschloß. Beruhend auf den Messwerten ist die Wahrscheinlichkeit von schweren Verletzungen nach einem Aufprall sehr hoch.

1. Test im Detail

Ergebnis für Test 2

Kind gesichert mit dem Sicherheitskissen im CYBEX Pallas-fix Kinderautositz. Das Kinderrückhaltesystem erfüllt alle dynamischen Voraussetzungen und verhindert das Herausrutschen des Kindes.

Der Testdummy P3 (entspricht einem 3 Jahre altem Kind) bleibt innerhalb des Rückhaltesystems, das nach dem Aufprall am Fahrzeug befestigt bleibt. Beruhend auf den Messwerten, ist die Wahrscheinlichkeit des Überlebens sehr hoch.

2. Test im Detail

Erklärung der Bilder:

  1. Bei 46 Millisekunden (Beginn des Aufpralls) erreicht die Beschleunigung des Fahrgestells sein maximales Niveau. Das Kind bleibt mit der Brust, das bereits das Sicherheitskissen berührt, im Autositz. Der Autositz bewegt sich nach vorne.
  2. Später bleibt derTestdummy P3 wegen des Sicherheitskissen noch im Autositz. Die Brust wird gegen das Sicherheitskissen gedrückt.
  3. Bei etwa 81 Millisekunden berührt der Kopf das Sicherheitskissen. Die Autositze bewegen sich bis zur 104. Millisekunde nach vorne.
  4. Millisekunde 104: Die Vorwärtsbewegung des Autositzes hat das Maximum erreicht, bleibt aber innerhalb der erlaubten Die Gefahr schwerer Verletzungen bleibt niedrig.
  5. Während der rückwärts gerichteten Bewegung des Autositzes bleiben die Beschleunigungsniveaus niedrig. Bei der 181. Millisekunde prallt der Kopf gegen die Kopfstütze des Autositzes. Das Niveau der Kopfbeschleunigung übersteigt 72g nicht. Es besteht keine Gefahr für das Kind, das immer innerhalb des Rückhaltesystems bleibt.
  6. Der 3 Jahre alte Dummy bleibt im Rückhaltesystem, das nach dem Aufprall fest am Fahrzeug bleibt. Beruhend auf die Messwerte und bewerteten Kriterien ist die Wahrscheinlichkeit des Überlebens des Kindes hoch.

Rückwärtsgerichtete Systeme

In den meisten Ländern sind Autounfälle die Haupttodesursache für Kinder, die älter sind als ein Jahr. Statistisch gesehen ist die Verletzungsgefahr bei vorwärtsgerichteten Kindersitzen der ECE Gruppe 1 (ca. 9 Monate bis 4 Jahre) im Vergleich zu den rückwärtsgerichteten Babyschalen der Gruppe 0+ signifikant höher, da der Kopf des Kindes in Relation zum Körper nach wie vor sehr groß und schwer ist.

Nur im Alter von etwa vier Jahren gleicht sich die Kopfgröße in Bezug auf den Körper aus, und die Hals-Muskeln haben sich genug entwickelt, um auch mit schwereren Beanspruchungen fertig zu werden.

Ein Kind in einem vorwärtsgerichteten Kindersitz ist im Falle eines Unfalls extremen Kräften ausgesetzt. Bei einem Frontalunfall werden bei vorwärtsgerichteten Autositzen die mit einem marktüblichen 5-Punkt-Gurtsystem ausgestattet sind, die Schultern des Kindes zurück gehalten, während der Kopf nach vorne geschleudert wird. Dies kann bei einer Streckung der Halswirbelsäule von bis zu 5 cm, zu schweren Verletzungen, Lähmungen oder sogar zum Tod führen. Das Rückenmark kann bereits bei einer Streckung von unter 1 cm zertrennt werden. Kopf, Schultern, sowie innere Organe werden ebenfalls schweren Belastungen ausgesetzt die zu gefährlichen Verletzungen führen können…

In rückwärtsgerichteten Autositzen (so genannte Reboard Systeme) werden die Kräfte eines Aufpralls gleichmäßig über eine große Fläche verteilt. Die Belastung auf den Hals, die Schultern, den Kopf, sowie innere Organe wird drastisch reduziert.

Ein rückwärts gerichteter Kindersitz reduziert das Verletzungsrisiko bei einem Frontalaufprall deutlich gegenüber einem herkömmlichen vorwärts gerichteten Sitz mit Hosenträgergurt

Statistik aus Schweden

Statistiken aus Ländern mit hauptsächlich rückwärtsgerichteten Gruppe 1 Kindersitzen (Beispiel: Schweden) belegen, dass das Verletzungsrisiko in Gruppe I im Vergleich zu Sitzen der Gruppe 0+ stabil bleibt. In Märkten, mit überwiegend vorwärtsgerichteten Gruppe 1 Sitzen mit Hosenträgergurt (Deutschland) schnellt die Verletzungsgefahr im Vergleich zur Gruppe 0+ in die Höhe.

Aus diesem Grund empfehlen führende Verbraucher-und Gesundheitsorganisationen, wie die American Academy of Pediatrics (AAP), der ADAC, Stiftung Warentest, Autobild, die österreichischen und Schweizer Automobilclubs ÖAMTC und TCS, Schwedens größte Versicherungsgesellschaft Folksam und viele weitere Organisationen, Kinder auch über die Gruppe 0+ hinaus in rückwärts gerichteten Kindersitzen zu befördern.

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Sicherheitstipps Gruppe 2/3

(15- 36 Kg, ca. 3- 12 Jahre)

Merkmale von Gruppe 2/3 Sitzen

Bei Kindersitzen der Gruppe 2/3 werden die Kinder hauptsächlich mit dem 3-Punkt Autogurt gesichert. Die Kinder dürfen nicht alleine mit dem Beckengurt angeschnallt werden. Denn bei einem Aufprall kippt das Kind mit dem Oberkörper nach vorne und kann sich schwere Kopfverletzungen zuziehen. Die optimalen Ausstattungsmerkmale eines Gruppe 2/3 Sitzes bestehen aus einer komfortablen Sitzfläche mit höhenverstellbarer Rückenlehne und ausgeprägten Schulterprotektoren, die für ausreichend Seitenaufprallschutz sorgen.

Der richtige wechsel in die Gruppe 2/3

Der Wechsel zu einem Kindersitz der Gruppe 2/3 sollte auf keinen Fall zu früh erfolgen, denn diese Sitze sind breit genug, um auch größeren Kindern Platz zu bieten. Ein kleines Kind kann daher leicht aus dem Gurt rutschen, besonders wenn es auf der Fahrt einschläft. Auch die Schultern des Kindes sind noch zu schmal, um den Fahrzeuggurt sicher zu führen.

Reine Sitzerhöhungen

Sinn und Zweck eines Kindersitzes ist es, das Kind dem zu großen Gurtsystem im Auto anzupassen. Laut Norm ECE R 44/03 und 44/04 reicht eine Sitzerhöhung für Kinder ab 15 kg theoretisch aus, um diesen Zweck zu erfüllen. Wir empfehlen aber auf alle Fälle einen kompletten Sitz mit Rückenlehne zu verwenden, bei dem der Becken-, Schulter- und Kopfbereich optimal geschützt ist. Die Unterschiede zwischen stabilen Markensitzen mit Rückenlehne und guter Gurtführung und den einfachen Sitzerhöhungen sind frappant.
Aus folgenden Gründen raten wir von einer reinen Sitzerhöhung ab. Die Problematik der Sitzerhöhungen besteht darin, dass ihnen der Seitenhalt fehlt. Bei einem Kindersitz mit Rückenlehne verhindern die Seitenwangen, dass das Kind bei einem Seitenaufprall gegen die Autoscheibe prallt. Hinzu kommt, dass bei einem seitlichen Aufprall die höchste Verletzungsgefahr besteht und Kinder zusätzlichen Schaden durch einen Seitenairbag erleiden können. Airbags schützen zwar Erwachsene, können für Kinder aber zur Gefahr werden. Laut Statistik hängt jeder vierte Autounfall mit einem Seitenaufprall zusammen. Noch alarmierender: Diese seitlichen Crashs sind für ganze 20 Prozent aller unfallbedingten Todesfälle und Schwerstverletzungen von Kindern im Auto verantwortlich. Bei einer Sitzerhöhung sind die empfindlichen Bereiche des Kindes nicht ausreichend geschützt. Es besteht immer die Gefahr, dass das Sitzkissen unter dem Kind verrutscht. Sitzerhöhungen bieten außerdem keinerlei Gurtführung im Oberkörperbereich, sodass der Gurt häufig viel zu nah am Hals liegt. Durch die kompakte Bauweise eines Komplettsitzes sitzt das Kind also nicht nur viel fester, sondern der Gurt ist auch immer in der korrekten Position.
Eine Simulation eines Seitencrashes bei Verwendung einer reinen Sitzerhöhung sehen sie hier:

Ist das Kind richtig angeschnallt?

Bitte beachten Sie folgende Punkte:

  • Der Beckengurt läuft über die Oberschenkel bzw. Becken
  • Der Steiß sitzt hinten auf der Sitzfläche und stößt an die Rückenlehne an
  • Der Schultergurt führt über die Schulter- nicht am Hals entlang
  • Der Gurt liegt eng am Körper an